Wild Ride

_DSC3912-220’000 Höhenmeter will Beat Rutishauser mit seinem Mountain Bike zurücklegen. Zwei Tage und zwei Nächte gibt er sich dafür Zeit. Die Rundstrecke misst über 350 Km und führt Beat über die Gantrischkette, Niesen, Rawilpass, Gemmipass, Hohtürli, Schwalmeren, Morgenberghorn,  Augstmatthorn, Sigriswilergrat zurück nach Riggisberg.

Beat fragte mich an, ob ich sein unglaubliches Vorhaben fotografisch begleiten könne.

Ich habe Beat vorgeschlagen, dass wir erst ein Shooting im Gantrisch machen. Bald darauf kam eine E-Mail, dass er bei einer Trainingseinheit am Samstag um etwa 5 Uhr (morgens) über den Leiterenpass fahren werde, dies wäre doch eine gute Gelegenheit, um ein paar Bilder von ihm zu schiessen. Ich musste Beat überzeugen, dass es für ein paar gute Bilder etwas mehr braucht, als einfach an mir vorbei zu fahren. Wir einigten uns auf maximal eine Stunde zwischen 5 und 6 Uhr.
Am frühen Samstagmorgen sollte gemäss Meteo Schweiz tatsächlich eine kurze Regenpause sein. Ich motivierte Suzanne (meine Frau) und meinen Sohn Xavier mich zu begleiten, schliesslich gab es mit Stativ und Blitzanlage einiges zu schleppen. Mit Google Earth fand ich die idealen Positionen für das Shooting. Schon krass, wie sich damit auch Mondstand und Sonneneinfall simulieren lassen.

Um 3 Uhr fuhren wir los. Auf der Gurnigel-Passstrasse regnete es noch stark. Als wir uns beim Parkplatz Wasserscheide zu Fuss Richtung Leiterenpass machten, riss die Wolkendecke auf. Nach einer knappen Stunde installierten wir uns auf dem Pass und 10 Minuten später kam auch Beat schon mit seinem geschulterten Bike.

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Xavier bediente den tragbaren Blitz und so hatten wir die erste Einstellung der Pass-Passage rasch im Kasten. Sofort wechselten wir die Location und stiegen hinter der Nünenenflue zur Schwalmeren. Diesen Ort hatten wir zwei Wochen zuvor schon besichtigt.

Hier gibt es freie Sicht auf den Sonnenaufgang und ein kleiner Trail für Beat. Dort, wo die Sonne sich schon in leuchtendem Rot ankündigte waren die Wolken weg. Perfekte Planung – perfekte Verhältnisse. Die Bilder sahen schon im Kamera-Monitor ganz vielversprechend aus.

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6 Uhr. Beat musste weiter. Er wollte noch auf den Niesen. Als er unter uns auf dem schmalen Trail durchfuhr, entstanden noch einige Bilder, wie mit der Drohne aufgenommen.

Wir packten zusammen und stiegen ab. Um 9 Uhr waren wir wieder zu Hause, wo unsere jüngste Tochter bereits das Frühstück bereit gemacht hatte.

UPDATE: Am 22. September um 0 Uhr ist Beat zu seinem Wild Ride gestartet. Am 23. September ist er nach weit über 10 000 Höhenmetern und 30 Stunden unterwegs kurz vor Kandersteg schwer gestürzt und musste die Challenge abbrechen.